I. Einleitung
Es gibt mehr als genug Revier- und Hafenführer für Dänemark. Allerdings haben wir immer wieder festgestellt, dass unsere eigenen Eindrücke mit dem Geschriebenen nicht übereinstimmen. Sicherlich, es sind persönliche Eindrücke, nur haben wir im Gespräch mit Mitseglern dann festgestellt, dass sie sich auch manchmal über die Autoren der vielen Bücher wundern. Da werden Häfen als "Perle der Dänischen Südsee" gelobt, die in Wirklichkeit hässlich, überfüllt oder gegen Wind und Wetter ungeschützt sind.
Wir haben also beschlossen, hier einen eigenen kleinen Revierführer zu schreiben, der auf unseren eigenen Erfahrungen beruht. Sicherlich ist er nicht vollständig, wir glauben aber die wichtigsten Häfen und Orte erfasst zu haben.
II. Das Revier
Mit dem Begriff "Dänische Südsee" wird eigentlich der Seebereich südlich von Fünen einschließlich Ærøskøbing, Langeland und der vielen Inseln dazwischen zusammen gefasst. Wir haben hier noch das nördlich angrenzende Seegebiet rund um Fünen hinzugenommen, um so das Revier, das man üblicherweise bei einem ein- oder zweiwöchigen Törn absegeln kann, zu beschreiben.
Es ist ein abwechslungsreiches Revier, kleine idyllische Inseln wechseln sich mit kleineren Städten ab. Es gibt Plätze, wo man ganz alleine sein kann, und es gibt Orte, die nur so von Seglern und anderen Touristen wimmeln.
Wie herum soll man um Fünen segeln? Da gibt es keine Empfehlung, außer sich nach dem Wind zu richten. Da die Wetterlage während eines Törn von einer Woche üblicherweise einmal wechseln wird, hat man eine gute Chance Wind von vorne zu vermeiden.
III. Wind und Wetter
Eigentlich lässt sich das Wetter ganz einfach zusammenfassen: Segelt man nach Westen, so kommt der Wind aus West, segelt man nach Osten, so kommt er aus Ost.
Nein, ernsthaft: Das Wetter Rund Fünen ist häufig wesentlich besser als man erwarten würde, wenn man sich zum Beispiel am Norddeutschen Rundfunk orientiert. Wir erleben es sehr oft, dass es in Hamburg stark bewölkt ist und regnet, schon in Flensburg dagegen die Sonne auftaucht und weiter nördlich herrlichstes Wetter herrscht. Das Schengener Abkommen scheint für Wolken nicht zu gelten - die deutsch-dänische Grenze ist oftmals eine echte Wetterscheide.
Ansonsten stimmt schon, dass man oft kreuzen muss. Die vorwiegende Windrichtung ist West bis Südwest. Gerade bei schönem Wetter gibt es aber auch Ostwindlagen (insbesondere im Mai), die einem mit 4 bis 5 Beaufort dann kalte Luft ins Gesicht blasen. Auch ist das Wetter sicherlich nicht so beständig wie im Mittelmeerraum. Ist man eine Woche unterwegs, so wird man höchst wahrscheinlich schon ein paar Regentropfen abbekommen. Auch sollte man seine Reise so planen, dass man zeitlich immer etwas Reserve hat. Es gibt Tage, da wird man froh sein im Hafen bleiben zu können - oder wenigstens nur ein paar Meilen segeln zu müssen.
Gute Wetterberichte findet man leicht im Internet. Zu nennen wären hier insbesondere:
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www.wetter.com
10-Tage Vorhersage, z.B. für Sønderborg, Svendborg, usw.
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www.wetteronline.de
Seewetterberichte für die Ostsee
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www.nautische-veroeffentlichung.de/
Sehr genaue Seewettervorhersagen von Wetterwelt
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www.dwd.de/
Das "offizielle" Seewetter vom DWD
Wir haben die Trefferqualität der Vorhersagen übrigens mal im Nachhinein überprüft. Mit Ausnahmen kann man sich recht gut darauf verlassen. Generell wird der DWD etwas mehr Wind anzeigen, Wetteronline eher etwas zu wenig und Wetterwelt trifft meistens am besten.
IV. Essen und Trinken
In wenigen Worten: Mitnehmen! Ernsthaft, zu behaupten, die dänische Küche sei eine Reise wert, wäre vermessen. Zwar gibt es in fast jedem Hafen ein oder mehrere Restaurants, und Fisch wird man wohl auch überall essen können, aber die dänische Küche ist wohl am besten als "gutbürgerlich" zu beschreiben. Die Portionen sind üppig, jedoch fehlt ihr das Besondere.
Natürlich trifft man oft auch auf eine Pizzeria oder einen Griechen, allerdings wird man die kulinarische Vielfalt, die sich in Deutschland fast überall etabliert hat, nicht finden.
Es gibt allerdings ein paar Restaurants, die sich definitiv lohnen. Der
Falsled Kro, im gleichnamigen Hafen, gehört zu den besten Restaurants in Dänemark und die dortige Speisekarte alleine macht eine Reise lohnenswert. Aber, die Preise sind entsprechend - für zwei Personen wird man circa 500 Euro rechnen müssen - bei zurückhaltenden Weinkonsum wohlgemerkt. Ansonsten haben wir Restaurants, die uns besonders aufgefallen sind, bei den Hafenbeschreibungen erwähnt.
V. An- und Abreise
Wie und wo man anreist, ist eigentlich nur eine Frage des Ausgangshafens. Wo liegt das eigene Boot, oder von wo beginnt der Chartertörn. Im Wesentlichen gibt es drei Ausgangsreviere:
- Die Flensburger Förde
- Der Raum Kiel
- Der Raum Heiligenhafen / Fehmarn
Wer in der Flensburger Förde beginnt, ist eigentlich schon mitten drin im Revier. Er wird unweigerlich an Als vorbei kommen, vielleicht auch durch den Alssund nach Norden segeln.
Wer aus dem Raum Kiel kommt (ich würde hier die Schlei dazu rechnen) wird als erstes nach Norden segeln müssen. Es sind rund 30 Seemeilen von Kiel bis Marstal, das sich als nächster Hafen anbietet.
Aus dem Raum Heiligenhafen / Fehmarn ist es ähnlich wie aus Kiel: Als erstes geht es nach Norden.
Bei den jeweils etwa 30 Seemeilen über die offene Ostsee sollte man immer auf den Verkehr achten, man kreuzt ein recht stark befahrenes Wasser und wird meistens einige Ausweichmanöver fahren müssen. Ich glaube, es ist uns nur einmal gelungen ohne Ausweichmanöver durchzukommen, allerdings das bei Nebel und nur 100 Meter Sicht - es ist also wahrscheinlich, dass wir damals nur Glück hatten.
Auch sollte man bei dieser Strecke immer ans Wetter denken. Es kann den ganzen Urlaub kaputt machen, wenn man am letzten Tag bei Starkwind und typischer Ostseewelle noch 30 Seemeilen gegenan kreuzen muss.
VI. Rund Als
Wer sich Als auf der Karte von oben anschaut (und vielleicht noch Kinder mit einem Jurassic-Park-Fimmel hat) mag sich an einen schlafenden Dinosaurier erinnert fühlen. Die Insel Als ist das Hausrevier der Segler von der Flensburger Förde, die (wie wir) fast jedes Wochenende einen der Häfen dort aufsuchen. Insbesondere der Alssund, der Alsfjord wie auch der Augustenborgfjord sind sehr geschützte Reviere, wo das Segeln auch mal bei Starkwind Spaß macht.
Die Nordostseite von Als ist lang, wesentlich länger als man sich meistens vorstellt. Es ist eine eher uninteressante Küste. Die zwei Häfen
Fynshav und
Mommark sind wenig einladend. Einfach vorbeisegeln! Im kleinen Belt muss immer mit Strom gerechnet werden - etwa 1 Knoten, je nach Windrichtung nach Norden oder Süden.
Die Südseite wird von der Insel Kægnes gebildet, die über einen Damm mit Als verbunden ist. Man segelt hier in der Flensburger Außenförde. Wenn sich Wind und Strömung gegenan stehen, segelt man hier manchmal in einem erstaunlich unruhigen Revier - erst recht, wenn man in Richtung Flensburg aufkreuzen muss.
Sønderborg

Dannebrog, die königliche Yacht festgemacht in SønderborgSønderborg ist die größte Stadt auf Als - mit einem wunderschönen
Stadthafen, sowie einer modernen
Marina (in der wir noch nie waren). Der Hafen, wie die angrenzenden Häuser sind vor wenigen Jahren modernisiert worden, so dass man fast von einer "Perle" sprechen könnte. Fast, weil der Hafen häufig überfüllt ist und man fast immer im Päckchen liegt. Auch ist die Hafenmeile recht lebhaft - oft treffen laute (Charter)crews und lokale Jugendliche aufeinander, um sich im Krach zu überbieten. Eigentlich schade!
Man kann auch nördlich der Klappbrücke festmachen, allerdings ist das eher ein Notbehelf. Man liegt abseits - und nahe beim angrenzenden Industriehafen.
Brötchen gibt es in der Stadt (z.B. beim Qvickly). Der Hafenmeister kommt zum Boot (meistens Abends zwischen 18 und 19 Uhr, sonst Morgens gegen 8 Uhr).
Die Brücke öffnet ein- bis zweimal je Stunde, nach einem Zeitplan den wohl nur der Brückenwärter kennt - meistens kurz vor oder nach der halben, beziehungsweise ganzen Stunde. Die nächste Öffnung wird an einer großen Tafel angezeigt. Wenn da nichts steht, den Brückenwärter einfach auf Kanal 12 anfunken!
Sehenswürdigkeiten: Am Hafen steht das Schloss von Sønderborg, das von außen zwar eher an eine Festung erinnert, in Wirklichkeit jedoch der Dänischen Königin gehört. Ein Besuch lohnt sich. Im Sommer wird man mit einiger Wahrscheinlichkeit auch die königliche Yacht, die Dannebrog, im Hafen liegen sehen können.
Für die Dänen spielt
Dybbøl, das Mahnmal zum Krieg zwischen Dänemark und Preußen, noch eine besondere Rolle. Wir waren allerdings noch nicht da.
Høruphav
Ein sehr schöner
Hafen, den wir häufig anlaufen. Hørup ist ein kleiner Ort, der dem Ideal schon sehr nahe kommt.
Man macht in freien Boxen fest, größere Boote können auch am langen Steg festmachen.
Der Hafenmeister öffnet zwischen 17 und 18 Uhr, kommt danach zum Steg (meistens Abends zwischen 18 und 19 Uhr, sonst Morgens gegen 8 Uhr).
Im Baltic Hotel direkt am Hafen kann man auch sehr gut essen. Hier werden oft Hochzeiten gefeiert, wobei es dann oftmals am Abend noch ein abschließendes Feuerwerk gibt.
Brötchen gibt es im Ort beim Super Brugsen (einfach Richtung Norden laufen).
Freizeit: Man kann von hier aus auch herrlich spazieren gehen (oder joggen). Am Gendarmenstien kann man bis Sønderborg laufen.
Kegnæs
Kein Hafen, aber im Høruphav zwischen Als und Kegnæs kann man herrlich
ankern. Es findet sich ein Ankerplatz für jede Windrichtung.
Augustenborg
Augustenborg erreicht man über den Alssund und den Augustenborgfjord. Ebenfalls ein sehr schöner
Hafen, mit sehenswerten Schloss. Das Silo am Nordufer stört etwas, während der Erntezeit meidet man den Hafen am besten, dann wird dort rund um die Uhr gearbeitet.
Man macht in freien Boxen fest, größere Boote können auch am Kopf der zwei Stege festmachen. Anders, der Hafenmeister, ist äußerst nett und kommt zum Steg (meistens Abends zwischen 18 und 19 Uhr, sonst Morgens gegen 8 Uhr).
Brötchen gibt es im Ort.
Freizeit: Auch in Augustenborg kann man herrlich spazieren gehen.
Dyvig
Die meisten Revierführer beschreiben
Dyvig als eines der schönsten Ankerreviere und Häfen in Dänemark. Es stimmt! Dyvig ist wirklich schön - erst recht, nachdem das Ausflugslokal an der Nordseite abgerissen wurde-, allerdings häufig auch sehr voll.
Entgegen mancher Revierführer sollte man vor der Einfahrt keine Angst haben. Solange man in der Fahrrinne bleibt, kommt man ohne Probleme durch - man wird hier fast immer unter Motor fahren.
Der Hafenmeister kommt Abends zum Boot. Brötchen gibt es beim Imbiss/Snack Shop an der Nordostseite (man sollte am Abend vorher vorbestellen).
Übrigens kann man auch im angrenzenden Mjels Vig ankern, oder den kleinen Hafen anlaufen.
Freizeit: Dyvig ist ein herrlicher Ausgangspunkt für längere Spazierwege in alle Richtungen.
VII. Ærø
Ærø begrenzt die Dänische Südsee im Süden und ist meistens das erste Anlaufziel für Segler aus dem Raum Kiel oder Heiligenhafen.
Es sind mehrere ganz unterschiedliche Reviere: Im Süden segelt man in der offenen Ostsee entlang der langen Küste ohne Hafen, im Norden segelt man im geschützten Revier der Dänischen Südsee mit mehreren Häfen, im Nordosten befindet man sich im Flachwasserrevier und wird darauf achten müssen, im Fahrwasser zu bleiben.
Ærø ist ein klassisches Urlaubsrevier, bei dem der Tourismus die größte Industrie ist. Entsprechend sind die Häfen auf Besucher eingestellt.
Marstal
Der erste
Hafen wenn man von Süden kommt, an der Ostecke Ærøs gelegen. Die meisten Revierführer loben Marstal als großes Reiseziel, wir können diese Begeisterung nicht teilen.

Abendhimmel über dem Hafen von MarstalAus der Ferne sieht man als erstes zwei große Baukräne. Sie gehören zur hässlichen Werft, die den Hafen in der Mitte teilt und meistens von mehr oder weniger seetüchtigen alten Schiffen umgeben ist. Der Yachthafen liegt südlich davon, der
Stadthafen nördlich.
Der Yachthafen selbst ist meistens überlaufen - eben weil er als erster (oder letzter) Hafen für Segler sowohl aus Kiel, wie Heiligenhafen, fast unvermeidbar ist. Findet man dort keinen Platz, bleibt nur die Mole im Stadthafen, die jedoch nach Norden recht ungeschützt ist.
Der Hafenmeister kommt Abends zum Boot. Brötchen gibt es beim Bäcker in der Prinsengade.
Sehenswürdigkeiten: Der Ort selbst scheint auf den ersten Blick auch nicht viel zu bieten - die Straße entlang des Hafens ist uninteressant. Allerdings lohnt sich ein Gang in die Querstraßen, dort beginnt das alte Marstal mit hübschen kleinen Häusern und engen Gassen. Auch das
maritime Museum (Søfartsmuseum Marstal) soll sehr schön sein, jedoch war es immer zu, wenn wir da waren.
Søby
Der
erste Hafen wenn man von Norden oder Westen kommt. Ein Fährhafen, der ansonsten durch das große Silo im Osten geprägt wird.
Wir waren nur einmal da und haben seitdem wenig Interesse hier nochmals festzumachen.
Æroskøbing

ÆroskøbingDer wohl schönste Ort auf Ærø. Viele alte, kleine Häuser, ein sehenswerter Hafen und alles, was man braucht, um auch mal einen verregneten Tag zu überbrücken. Es gibt zwei Häfen, den
Stadthafen für größere Boote oder bei Überfüllung, sowie den
Yachthafen. Leider hat sich Ærøroskøbing hinischtlich Strom, Wasser und Duschen etwas besonderes einfallen lassen - alles gibt es nur auf Spezialkarte. Diese kann man zwar im Automaten kaufen, nur ist es denkbar umständlich, wenn man erstmal ein paar hundert Meter laufen muss, nur um Wasser (oder Strom) zu bekommen. Natürlich passt die Karte in keinem anderen Hafen - man wird sie am nächsten Morgen wieder im Automaten zurück geben wollen.
Der Hafenmeister kommt Abends zum Boot. Brötchen gibt es beim Bäcker im Ort.
Sehenswürdigkeiten: Ganz Ærøroskøbing sieht aus wie ein Freiluftmuseum und es lohnt sich einfach, hier einige Stunden spazieren zu gehen. Sehenswert das
Buddelschiffmuseum in einer Seitenstraße, gegenüber vom ältesten Haus.
Bagenkop
Bagenkop gehört zwar nicht zu Ærø, liegt aber gegenüber von Marstal auf Langeland und ist so die Alternative auf dem Weg ins Revier.
Es ist aber keine wirkliche Alternative, denn Bagenkop hat nicht viel zu bieten. Seit der Fährverkehr nach Kiel eingestellt wurde, ist der Hafen zwar ruhiger, aber noch trostloser geworden.
Wir würden nur noch dann festmachen, wenn es unbedingt sein muss.
VIII. Inseln der Südsee
Es gibt viele Inseln im Meer zwischen Ærø, Fünen und Langeland. Fast alle haben einen kleinen Hafen oder mindestens einen Ankerplatz. Die meisten sind sehr dünn besiedelt, mit einem kleinen Ort, einem Hafen und manchmal sogar einem Købmand (Kaufmann).
Wir haben bislang leider nur ein paar davon besucht, so dass dieser Abschnitt recht unvollständig bleiben muss. Sämtliche Inseln ähneln sich und, wer Entspannung sucht, liegt bei jeder richtig. Man kann hier einige Tage verbringen, es ist ein ideales Revier, um das Bordfahrrad auszuprobieren.
Lyø
Lyø liegt am weitesten westlich und nördlich im Gebiet. Neben einer langen Landzunge im Westen, hinter der man bei West- bis Südwind
sehr gut ankern kann, gibt es einen
kleinen Hafen auf der Nordseite.
Leider ist dieser fast immer voll, wir konnten nur ein einziges Mal dort festmachen - und das nur auf der Außenmole.
Die Insel entspricht dem Klischee - Idylle pur.
Brötchen beim Hafenmeister bestellen, sie liegen am folgenden Morgen im Wartehäuschen vor der Fähre.
Avernakø
Leider waren wir noch nie
da. Es soll mit Lyø vergleichbar sein.
Drejø
Hier waren wir nur einmal, um im Päckchen an der Außenmole festzumachen. Der
Hafen ist fast immer voll, die Insel entzückend.
Marstalgrund
Bei
Drejø beginnt der Marstalgrund, das große Flachwassergebiet zwischen Drejø, Marstal und
Rudkøbing. Wenn wir hier vorbei kommen, denken wir immer, dass die Holländer das Gebiet längst eingedeicht hätten und heute sicherlich Tomaten anbauen würden.
Die durchschnittliche Wassertiefe liegt bei etwas mehr als zwei Metern, nur die Fahrwasserrinne hat durchweg ausreichende Tiefe (3,2 bis 3,6 Meter). Da das Gebiet häufig auch besondere Windverhältnisse ausweist - oft weht es wie aus einer Düse und immer von vorne -, ist man meistens auf den Diesel angewiesen.

RudkøbingWir sind hier übrigens einmal bei dichten Nebel durchgefahren. Ein gespenstiges Erlebnis, während man sich von Tonne zu Tonne versucht, zu orientieren. Und dann kommt noch die Fähre zwischen Marstal und Rudkøbing!
Strynø
Leider waren wir noch nicht dort. Der
Hafen ist klein und die Insel soll schön sein.
Rudkøbing
Ein
größerer Hafen an der Westseite von Langeland mit guter touristischer Infrastruktur. Etwas störend: die Hochbrücke Richtung Tasinge/Fünen mit ihrem Verkehr. Als Ausweichhafen zu Marstal definitiv erwägenswert.
IX. Südküste Fünen
Die Südküste von Fünen hat einige Häfen zu bieten, die aber zum Großteil mit einheimischen Booten dicht belegt sind. Es ist ein Gebiet, in dem man dem dänischen Wohlstand begegnet. Das Ufer ist umsäumt mit Villen und größeren Anwesen, die um so teurer werden, je näher man in Richtung Svendborg kommt.
Fåborg
Fåborg gehört nicht mehr zum Einzugsgebiet von Svendborg. Es ist eine eigene Stadt und lohnt den Besuch für sich. Es gibt zwei Häfen, den
Stadthafen und den
Yachthafen. Wir haben immer im Stadthafen festgemacht, schon weil der Yachthafen für uns zu wenig Platz hat.
Svendborg

SvendborgSvendborg ist die zweitgrößte Stadt auf Fünen (nach Odense). In der Umgebung gibt es eine ganze Reihe von Häfen, die jedoch vorwiegen von einheimischen Booten belegt sind. Man wird also meistens im
Stadthafen festmachen.
Durch den Svendborgsund fließt eine recht starke Strömung - mal Segen, mal Fluch. Leider zieht die Strömung auch durch den Stadthafen, was häufiger zu erlebnisreichen Anlegemanöver führt. Gut vorbereiten und auf alles gefasst sein! Bei Seitenströmung so ansteuern, als ob man die luvseitige Box nehmen will - dann landet man fast unvermeidlich da, wo man eigentlich hin wollte.
Der Hafen selbst hat wenig zu bieten, mit Ausnahme der Fischhandlung an der Nordmole. Die Industrieanlagen auf Fredriksø sind wenig einladend. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Während der Klassiktage Anfang August, wenn hunderte klassische Yachten den Hafen bevölkern, liegt eine besondere Atmosphäre in der Luft.
Sehenswürdigkeiten: Svendborg ist groß und hat alle Sehenswürdigkeiten einer größeren Stadt zu bieten.
Troense
Warum sollte man einen
Hafen ansteuern, der mitten im Fahrwasser liegt, wenig Schutz bietet und meistens überfüllt ist?
Es gibt mehrere Gründe nach Troense zu segeln. Da wäre an erster Stelle sicherlich Valdemars Slot, dann der Ort selber und letztlich der Blick auf das Geschehen im Svendborg Sund.
Troense ist also eine Reise wert. Man sollte früh ankommen, wenn man noch einen Liegeplatz ergattern will, sonst wird man auf der Westseite ankern müssen.
Der Hafenmeister kommt Abends zum Boot. Brötchen gibt es beim mobilen Händler im Hafen zwischen 8 und 9 Uhr.

Thepavillon am Valdemars Slot Sehenswürdigkeiten: Valdemars Slot sollte man unbedingt gesehen haben: ein altes Jagdschloss, immer noch in Familienbesitz, mit großer Anlage. Schon der Blick vom Schlossgarten über die Bucht ist einmalig.
Ansonsten eignet sich Troense auch als Ausgangspunkt für längere Spaziergänge oder Wanderungen über die Insel Tåsinge. Ein bis zwei Tage kann man hier schnell verbringen.
Thurø Bund
Thurø Bund liegt gegenüber von Troense und kommt als Ausweichhafen in Frage.
X. Ostküste Fünen und Großer Belt
Lundeborg
Als es uns beim letzten Urlaub mal wieder zwischen Fünen und Langeland mit 5 bis 6 Beaufort aus Nord entgegen blies, haben wir erstmals
Lundeborg angesteuert. Der Ort ist vorwiegend Urlaubsziel für Camper und gibt sich entsprechend. Es gibt allerdings einen sehr schönen und langen Strand!
Der Hafen ist in Wirklichkeit noch kleiner, als er auf der Karte aussieht. Als wir gegen 13 Uhr ankamen, war er schon sehr voll, bis zum Abend war jede Ecke dicht. Die Boote lagen kreuz und quer im Päckchen, so dass es eine Freude war, am nächsten Morgen wieder abzulegen.
Der Hafenmeister kommt Abends, Brötchen gibt es im Ort.
Lohals
Lohals ist die Alternative zu Lundeborg auf der Langeland-Seite. Wir waren leider noch nicht da, haben aber Gutes gehört.
Nyborg
Kein lohnenswertes Ziel! Nyborg hat zwar einen großen
Hafen, man merkt aber sofort, dass der Ort seit dem Brückenbau über den großen Belt massiv an Bedeutung verloren hat. Früher gingen von hier die großen Fähren.
Der Hafen ist also eher trostlos. Dazu kommt eine nicht zeitgemäße Austattung mit Elektrizität (2 Amperesicherung - das haut jeder Boiler durch).
Besser also nach Kerteminde weitersegeln - oder schon in Lundeborg Stopp machen.
Kerteminde
Bis auf das ein Aquarium hat Kerteminde nicht viel zu bieten: eine große
Marina und einen
Stadthafen, der auch noch ein paar Schiffe aufnehmen kann.
Ruhiger ist es sicherlich im Yachthafen, im Stadthafen stört vor allem das große Silo.
Der Hafenmeister kommt Abends. Brötchen gibt es am Hafen beim Super Brugsen.

Robbenfütterung im Aquarium Sehenswürdigkeiten: Das
Fjord & Belt Centrum ist ein absolutes Mußziel für alle Aquarien-Liebhaber. Hier gibt es sowohl eine Seehundstation, wie auch eine Tümmlerstation. Beide kann man besichtigen und es finden stündliche verschiedene Shows statt. Wer Kinder an Bord hat, kann hier sicherlich einen verregneten Tag ohne Langeweile verbringen.
Ansonsten gibt es noch einen Museumskaufladen im Ort, eingerichtet wie ein Kolonialwarenladen der Jahrhundertwende.
Korshavn
Man stelle sich eine einsame Bucht am Ende der Welt vor, umgeben von Wäldern und abseits jeglicher Zivilisation. So ist Korshavn. Nur das mit der Einsamkeit muss man einschränken, manchmal wird es richtig voll am Ende der Welt und man kann fast trockenen Fußes über die Ankerlieger von einem Ufer zum anderen laufen. Fast wie in den Tobago Cays also...
Die Ansteuerung ist etwas abenteuerlich und man sollte es nicht eilig haben. Es gibt einige Untiefen in der Einfahrt und das Seegras am Boden verwirrt jedes Echolot, so dass man sich genau in der Mitte halten sollte (oder dem vorausgehenden Segler in gebührenden Abstand folgen). Einmal angekommen gibt es einen
kleinen Steg des Odenser Segelklubs, einige Bojen und ein größeres
Ankergebiet.
Bei jedem unserer Besuche hier haben wir einen Wetterumschwung mitgemacht. Scheint die Sonne, erinnert Korshavn einen an das Paradies. Wenn das Wetter umschlägt, vielleicht noch Gewitter aufziehen, wird einem die Nähe zum Ende der Welt allgegenwärtig.
Freizeit: Man kann hier stundenlang wandern.
XII. Westküste Fünen und Kleiner Belt
Snævringen
Man wird Snævringen schon von weitem sehen, die Brückenpfeiler der Brücke über den Kleinen Belt ragen weit in den Himmel und sind gar schon von Juelsminde aus zu sehen.
In der Meerenge zwischen Fünen und Jütland hat man beste Chancen, Tümmler - auch in größerer Zahl - zu sehen. Bei unser letzten Fahrt, zugegebenermaßen bei Regen und platter See, waren es so viele, dass wir sie nicht mehr zählen konnten. Man sollte also seinen Fotoapparat griffbereit haben.
In diesem Gebiet gibt es mehrere Häfen, einige liegen sehr schön, andere weniger. Beispielsweise die Häfen von
Fredericia, auf der Westseite, sind wenig sehenswert, dafür liegt man in
Strib auf der Ostseite ganz schön.
Die meisten Segler werden aber wohl in Middelfahrt Station machen.
Middelfart
Middelfart liegt an der engsten Stelle zwischen Jütland und Fünen. Entsprechend ist der Ort schon immer Station gewesen und schaut auf eine lange Tradition zurück.

Hafen in MiddelfartMiddelfart hat insgesamt vier Häfen:
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Middelfart Tel-Ka - am neuen Kulturzentrum
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Gammelhavn - im alten Stadthafen
-
Kongebro Yachthafen - an der Bahnbrücke
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Russelbæk - auf der Südseite im Fænosund
Die wenigsten Segler werden wohl den Kongebro Yachthafen ansteuern, der recht laut bei der Bahnbrücke liegt.
Laut ist auch der Gammelhavn, jedoch hat man hier die Atmosphäre eines alten Stadthafens, sowie die Nähe zum Stadtmitte. Hier festmachen ist ein Stück Geschichte.
Die Russelbæk Marina liegt einige Meilen weiter, auf der Südseite von Middelfart und entspricht dem, was man von einer Marina erwartet. Der Weg zur Stadt dauert etwa 20 Minuten zu Fuß.
Der Tel-Ka Hafen ist ganz neu, wir haben ihn nur aus der Ferne gesehen.
Außer die oben genannten Häfen anzulaufen kann man noch gegenüber von Russelbæk am Nordufer von Fæno ankern - sehr empfehlenswert, wenn man nicht in die Stadt will.
Sehenswürdigkeiten: Es gibt viel zu sehen in Middelfart. Einfach mal die Zeit nehmen und den quirligen Ort genießen!
Bagø
Im Inselfeld zwischen Assens und Haderslev gelegen entspricht Bagø wieder allen Erwartungen an ein Entspannung und Erholung. Bagø wird am Wochenende gerne von Bootsfahrern aus Assens angesteuert, so dass es dann besonders voll wird.
Der
Hafen an der Südseite ist klein und die Ansteuerung sollte mit Vorsicht vorgenommen werden. Wir kamen gegen Mittag und konnten den letzten Wechsel zwischen ablegenden und anlegenden Yachten nutzen, um einen Platz zu bekommen.
Freizeit: Man kann die ganze Insel durchwandern. Ein langer Strand schließt sich dem Hafen im Osten an.
Haderslev Fjord

Am Haderslev Fkord Haderslev liegt abseits der üblichen Wege am Ende des gleichnamigen Fjords. Wenn man Zeit hat und der Wind entsprechend ist, lohnt es sich als Ziel allemal.
Sehenswürdigkeiten: Haderslev ist Heimat der
X-Yachts. Die Werft kann man besichtigen, was für Freunde dieser Marke sicherlich ein lohnenswertes Ziel ist. Der Ort selbst hat auch einiges zu bieten.
Arøsund / Arø
Wie zwei Schwestern liegen Arøsund und Arø einander gegenüber. Wir waren bislang weder in dem einen, noch in dem anderen, haben aber gehört, dass es sich als Ziel lohnt. Leider ist der
Hafen von Arø sehr klein, man wird meistens in Arøsund festmachen wollen.
In der Enge ist mit erheblichen Strom zu rechnen, aufkreuzen ist hier also sehr schwer.
Assens
Assens ist ein großer
Industriehafen, der als Ziel für Segler eigentlich nicht lohnt. In Anbetracht der Alternativen gibt es eigentlich keinen Grund dorthin zu segeln.
Genner Bugt / Kalvø
Die
Genner Bucht ist eine der beliebtesten Ankerplätze im Gebiet. Hier kann man herrlich entspannen und die Landschaft genießen.
Kalvø liegt am Ende der Bucht - ein
kleiner Hafen, der gerne angelaufen wird, wenn es Gründe gibt, die gegen ein Ankern sprechen. Er soll schnell voll werden. Wir waren jedoch noch nie da.
Faldsled

Faldsled KroFaldsled liegt am Ende der Helnæs Bucht. Es ist ein
kleiner und unscheinbarer Hafen mit einer besonderen Attraktion: dem
Falsled Kro. Wer hierher segelt, hat nur ein Ziel: Für teures Geld sehr gut Essen gehen. Der Falsled Kro ist für sich ein Urlaubsziel! Wenn wir hierhin segeln, ist alles andere nur An- und Abreise. Allerdings war das dann auch schon ein teurer Urlaub - unter 500 Euro wird man nicht auskommen - bei zurückhaltenden Weinkonsum versteht sich.
Der Hafenmeister kommt Abends. Wir haben am nächsten Tag eigentlich noch nie Brötchen gewollt.
XIII. Tipps und Empfehlungen
Welche Ziele soll man denn jetzt unbedingt ansteuern und welche möglichst meiden? Das ist sicherlich zuerst eine Frage der persönlichen Prioritäten und der Zusammensetzung der Crew.
Entsprechend wollen wir gar nicht erst den Versuch machen, eine Top-Ten-Liste aufzustellen. Statt dessen geben wir ein paar Anregungen entsprechend möglicher Reiseprioritäten.
Für den Urlaubstörn: Hier zählt Ruhe und Entspannung. Entsprechend stehen die ruhigeren Häfen und Ankerplätze im Vordergrund: die Inseln in der Dänischen Südsee (Lyø, Avernakø, Drejø, usw.), Troense, Korshavn, Bagø, Genner Bucht, Dyvig.
Für den Männertörn: Abwechslung ist wichtig und es darf schon mal lebhafter zugehen: Sønderborg, Svendborg, Middelfart, Fåborg.
Sehenswürdigkeiten: Die man gesehen haben sollte: Kerteminde (Fjord & Bælt Centrum), Troense (Valdemars Slot), Ærøskøbing und Middelfart (Ortskern), Sønderborg (Hafenpromenade, auch ohne fest zu machen).
Für das Wochenende: Unsere Lieblingsziele ausgehend von der Flensburger Förde: Dyvig, Augustenborg, Høruphav, Genner Bucht und Maasholm (in der Schlei).
Für den besonderen Anlass: Falsled Kro, einmal im Sternerestaurant schlemmen.
Thomas Dorn ist Eigner der Segelyacht "Immigrant Song", einer Dufour 39 Cockpit Central, und berichtet über seine Segelreisen seit 2000 auf seiner Website: http://www.immigrantsong.deMehr zur Ostsee: