Von Scott McCook / www.asiaboatrag.net
Hier ist die "Küste des Sonnenaufgangs", wo vielleicht gerade mal ein Mensch auf 100 Kilometer dieses wohl schönsten Strandes in Südostasien kommt! Die Ostküste Malaysias wird als Segelrevier total unterschätzt. Eine Schweizer Yacht segelt seit acht Jahren in diesem Gebiet und Guido, der Skipper, berichtete mir, dass er oft das ganze Jahr über lediglich fünf Boote sichtet!
Die meisten Besucher werden die geringe Verbreitung menschlicher Individuen hier begrüßen, andere wiederum werden irritiert sein. So viel jedenfalls steht fest: Jedes Stück Strand, das über Straßen leicht erreichbar ist, wird von den Wochenendbesuchern in eine Müllkippe für Plastikabfälle verwandelt. Leider beschränken sich die Hinterlassenschaften nicht nur auf Fußabdrücke.
Sind Sie jedoch mit dem Boot unterwegs, dann haben Sie privilegierten Zugang zu den besten und einsamsten Gegenden!
Während die Westküste Malaysias, die Malacca Straits, an einer sehr belebten Wasserstraße liegt, ist die Ostküste mit schöneren Stränden und vielen kleinen vorgelagerten Inselchen viel idyllischer. Wie so oft auf Segeltörns in diesem Teil der Welt gibt es auch hier kaum größere Gefahren, die einzelnen Schläge sind kurz und es gibt fast überall kleine Orte, in denen man sich eindecken kann.
Die meisten Boote befahren diese Gegend während der Zeit des südlichen Monsuns im Sommer und wählen Inseln als Etappenziele. Während des Südwestmonsuns kann man hier überall ankern. Aber Achtung! Es gibt hier Gezeiten und manche Strände sind von einer langgestreckten Flachwasserzone umgeben.
Während des winterlichen Nordostmonsuns ist die Küste tabu, aber an der Leeseite mancher Inseln kann man ankern. Zur Sicherheit kann man auch in einen der vielen Flüsse laufen, die immer zugänglich sind und angemessenen Schutz bieten.
Erst kürzlich wurde das Gebiet um Penyabong im Norden von Mersing für den Bootssport entdeckt. Hier befinden sich 20 Inseln in einem Radius von 20 Seemeilen - es gibt genug Unterschlupf für jedes Wetter. Ich war von diesem Gebiet so stark beeindruckt, dass ich mich entschloss einen eigenen, kleinen Revierführer zu kreieren.
Die folgenden Seiten erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, wir arbeiten immer noch an der Beschreibung der Inseln, aber Sie sollten nach der Lektüre einen groben Überblick über das haben, was Sie dort erwartet.
Penyabong ist die Bezeichnung für ein Archipel aus kleinen Inseln, das sich außerhalb von Tioman befindet, gerade einmal 25 Seemeilen entfernt. In der Nähe des Anlegers befinden sich einige kleine Restaurants und die Endau-Beach-Anlage mit klimatisierten Bungalows zum Preis von 120 Ringgit (RM) pro Nacht. Der Strandclub verfügt ebenfalls über eine kleine Auswahl an Wassersportgeräten, die unterschiedlich reparaturbedürftig sind, die Kanus aber sind voll funktionstüchtig. Zul's Gästehaus ist mit einem Preis von RM 25 pro Nacht absolut bestechend, hier wird die Urlaubskasse nicht unnötig strapaziert. Sie bekommen als Gegenleistung die charmante Atmosphäre eines kleinen Dorfes, günstige Gerichte wie Roti Prata (einen indischen Pfannkuchen, den man mit Curry isst), und die Schönheit der Inseln. Zul vermietet ein kleines Boot für Ausflüge auf die Inseln zum Preis von RM 50 pro Person und Tag.
Dieses Gebiet wurde, wie zu hören ist, bereits im Jahre 1903 von einem Franzosen besiedelt. Die Ruinen seiner Ölpalmenplantage sind längst überwuchert, aber sein Geist scheint im neuzeitlichen Kampong-France weiter zu leben.
Penyabong Jetty (02° 38.907' N 103° 44.944' E)
Der große Anleger wird von der Fischfangflotte genutzt. Dennoch war bei unserem Besuch alles ringsherum überraschend sauber und aufgeräumt.
Bestechend schön sind die zahlreichen Inseln zwischen dem Festland und Tioman. In der gleichen Bucht, nur 100 Meter weiter östlich, gab es einen weiteren Anleger. Wenn Sie jedoch auf der sicheren Seite sein wollen, dann liegen Sie besser am großen Anleger im tiefen Wasser.
In dieser Gegend kann man übrigens eine 21-Meter-Ketch chartern und damit Segel-, Tauch- und Angelausflüge im Revier unternehmen. Die meisten Inseln sind Naturschutzgebiete, so dass Angeln nur in ausgewiesenen Zonen möglich ist. Aber es macht auch dort viel Spaß.
"Le Kampong France" (02º 36.414' N 103º 46.698' E)
Vor einiger Zeit hatte ich das Vergnügen, mit Bruno Fahrenbach für das gute alte "Boat Asia"-Magazin zu arbeiten. Er erzählte mir bereits über das französische Viertel in Mersing, das ich bis dahin nie gefunden hatte. Bruno ist bereits lange nach Frankreich zurückgekehrt, aber sein Geschäftspartner baut weiterhin Boote im französischen Viertel. Es ist ein atemberaubend schöner Ort mit vielen verschiedenen Blicken auf die Insel Tioman, die durch das Hollywoold Musical "South Pacific" zum unsterblichen Mythos von "Bali Hai" geworden ist.
Mit dem Boot ist French Kampong, wie ich heute weiß, leicht zu finden. Halten Sie auf Pulau Mawar zu, nordwestlich von Pulau Rawa und nehmen Sie dann Kurs auf die Küste. Überraschende Schönheit der Natur wartet hier auf Sie!
Um mit dem Wagen nach Kampong France zu kommen, verlassen Sie die Penyabong Road nach der Moschee und halten Sie auf die Küste zu. Hierbei durchqueren Sie einige authentische Kampongs, wie die traditionellen Dörfer in Südostasien genannt werden. Wenn die Straße sich teilt, halten Sie sich rechts. Ab hier ist der Weg nicht mehr geteert und sie folgen dem unebenen, kleinen Pfad.
Etwas später gelangen Sie zu einer großen Brücke. Direkt nach deren Überquerung liegt links Kampong France. Wenn Sie die links des Wegs gelegene Auffahrt benutzen, werden Sie wahrscheinlich von Jean Pierre, dem Bootsbaumeister, gegrüßt. Die Aussicht auf den Strand ist atemberaubend und jeden Nachmittag frischt der Wind aus südlicher Richtung angenehm auf, begünstigt durch einige Hügel in der Gegend.
Jean Pierre und etliche andere Aussteiger aus Frankreich leben hier seit 1998 - das scheint eindeutig etwas mit der entspannten Stimmung des Ortes zu tun zu haben! In den Jahren hier hatte Jean Pierre die Gelegenheit, Wildschweine, Büffel, schwarze Panther, Orang Utans und Elefanten zu sehen. Das Endau Gebiet ist ein kleiner, unberührter Landstrich, der den Arong Forst Wildpark beherbergt. Jean Pierre berichtete, dass es immer noch möglich sei, bei einer Fahrt auf dem Endau Fluß (Sungei Semberong) die Orang-Asli-Stämme zu sehen, so wie sie seit Tausenden von Jahren leben. "Orang Asli" (im wörtlichen Sinn: einheimische Menschen) wird ein Naturvolk genannt, das sich hauptsächlich in Dschungel- oder Küstengegenden angesiedelt hat.
Jean Pierre ist technischer Leiter von Asia France Maritime, einer Firma, die Yachten in Einzelanfertigung baut. Er ist sehr hilfsbereit und verfügt über ausgezeichnete Kenntnisse sowohl im Bootsbau als auch über das Revier. Sie können ihn telefonisch unter +60 7 794 3412 erreichen. Manchmal ist die Leitung übrigens durch Orang Utans lahmgelegt!
Der Arong Regenwald war ein wahrhaft schöner Bestandteil dieser Gegend, bis man begonnen hat, ihn abzuholzen. Aber die Gegend um Tanjung Resang präsentiert sich immer noch in ihrer ganzen Schönheit.
Tanjung Resang
Am südlichen Ende von Kampong France, also an der Nordseite von Tanjung Resang, liegt normalerweise eine 21-Meter-Ketch unter französischer Flagge, die als Charterboot im Penyabong Revier fungiert. Das Hauptgeschäft macht sie mit Wochenendbesuchern aus Singpur.
Ein guter Ankerplatz, der gleichzeitig Schutz vor südlichen Winden bietet, findet sich auf der Position 02° 35' 17" N 103° 48' 49" E.
Endau
Endau ist der nördlichste Ort in der Region Johor. Das kleine Fischerdorf liegt an dem weitläufigen Fluss Sungei Endau, der sich durch jungfräulichen Regenwald und Dörfer der Orang Asli windet.
In seinem Delta befindet sich der neuerbaute Tioman-Anleger, an dem ein großer Kat seinen Liegeplatz hat. Westlich der Autobahnbrücke liegt Cahaya Slipway. Leider ist die Brücke unbeweglich und hat eine relativ geringe Höhe, trotzdem lagen auf der Slip einige recht große Boote. Mir war nie der Unterschied zwischen den Rümpfen der Fischerboote klar, bis ich sie dort sah: Malayische Boote sind V-förmiger und chinesische Boote flacher. Aber, wie auch immer - sie sind gleichermaßen solide Konstruktionen.
Am Endau River, direkt hinter der Stadt, gibt es eine Werft, die immer noch Boote im traditionellen Stil herstellt. Die Werft befindt sich auf N 02° 38.813' E 103° 37.135', falls sich jemand für einen Besuch interessiert.
Scott McCook ist Betreiber von www.asiaboatrag.net, einer Website über Fahrtensegeln in Südost-Asien, die umfangreiche Revierinformationen bietet.
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