Von Scott McCook / www.asiaboatrag.net
Die Geschichte der Malakkastraße
 | | Eine Bucht in den Langkawi-Inseln im Norden der Malakkastraße |
|  | Die ruhigen Gewässer der Malakkastraße waren seit jeher ein günstiger Seeweg zwischen den großen Zivilisationen Indien und China. Die Überfahrt durch das Seegebiet war nicht schnell, aber zuverlässig. Die Schiffe konnten sich sowohl bei Beginn der Reise als auch bei ihrer Rückkehr auf die vorherrschenden Monsunwinde verlassen. Und auf den Märkten von Malakka, der Königsstadt der malayischen Inselgruppe, wurden Waren aus Arabien, Persien, Indien, China, Portugal und Japan feilgeboten.
Historischen Überlieferungen zufolge kam es im Jahre 1511 aufgrund des enormen wirtschaftlichen Aufstiegs und wegen der geostrategischen Lage zu einem Angriff: Alfonso de Albuquerque, der große portugiesische Vizekönig von Indien, griff Malakka an, besetzte es und übernahm so die Kontrolle über den Seeweg. Im Jahre 1606 wurden die Portugiesen ihrerseits durch die Holländer angegriffen, die die Hafenstadt beinahe erobert hätten. Erst im Jahre 1641 ihnen gelang dieses - mit Hilfe der Malaien. 1826 vertrieben dann die Briten die Holländer und übernahmen die Kontrolle der Straße von Malakka.
 | | Die Telaga-Bucht, Langkawi |
|  | Die Kontrolle der britischen Siedlungen fiel an die Ost-Indische Gesellschaft, im Jahre 1867 jedoch folgte das neu gegründte Kronkolonial-Büro. Zu dieser Zeit war niemand zwischen den Riau-Inseln und Singapore, einem Labyrinth von Inseln und engen Buchten, sicher vor den Übergriffen von Piraten. Nur ein Bündnis mit ihnen sicherte ein Mindestmaß an Frieden und Wohlstand. Piraterie war ein politisches Druckmittel und Angriffe auf Handelsschiffe waren mehr und mehr etwas Gewöhnliches. Erst als die Briten strenge Kontrollen begannen und zunehmend Druck auf örtlichen Sultane und Machthaber ausübten, wurde die Piraterie halbwegs unter Kontrolle gebracht.
Der Weg von Malacca nordwärts bis zum heute modernen und belebten Port of Klang ist gespickt mit historisch bedeutungsvollen Plätzen. Man durchquert das engste und flachste Gebiet der gesamten Straße von Malacca. In heutiger Zeit zählt sie zu den meistbefahrenen Wasserstraßen der Welt. So ist es nicht verwunderlich, dass man ab und an mehr als 20 Frachtschiffe auf einmal sieht, die nord- oder südwärts ziehen. Am Rand dieser belebten Route gibt es eine große Anzahl von Fischerbooten. Einige trawlen, andere liegen vor Anker und bewachen aufmerksam lange Netze, die in der Tiefe verborgen sind. Die Gefahren durch Piraterie und Kriege mögen nachgelassen haben, aber die Untiefen, die Strömungen und die Launen von Wind und Wetter machen dieses Seegebiet immer noch zu einer Herausforderung für die immer größer werdende Anzahl von Sportbooten, die sich hier aufhalten.
Piraterie heute
 | | Lankawi lebt vom Tourismus - Piraten sind auf die Handelsschifffahrt aus |
|  | Man muss sich lediglich die geschichtlichen Ereignisse anzuschauen, um zu verstehen, dass Piraterie immer schon ein Teil dieses Gebietes war, bis ausländische Interessengruppen hier Kontrollen für die Straße von Malacca durchsetzten. Die Zeiten mögen sich geändert haben, aber immer noch werden Frachtschiffe von Piraten überfallen. Handelsschiffe sind gesetzlich verpflichtet, die gesamte Heuer der kompletten Crew für die Dauer der Reise mit sich zu führen. Natürlich ist dies den Piraten bekannt und so ist es nicht erstaunlich, dass der Inhalt des Tresors auf einem großen Handelsschiff für sie einen außergewöhnlichen Anreiz darstellt.
Aber: Seit 20 Jahren bin ich Mitglied des Changi Sailing Clubs in Singapur. Mir ist in den ganzen Jahren nur ein einziges Mal zu Ohren gekommen, dass ein Sportboot von Piraten angegriffen wurde.
Scott McCook ist Betreiber von www.asiaboatrag.net, einer website über Fahrtensegeln in Südost-Asien, das umfangreiche Revierinformationen bietet.
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