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Spanische Nordküste

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Ein kurzer Oktoberritt durch die Biskaya

Peter W. Fischer

"Brauche dich vom 6. bis 10.10." So lautete die SMS meines Segelfreundes. Fakt war: Das Boot seines Freundes sollte von Royan bei La Rochelle nach Zumaya bei San Sebastian überführt werden. Treffpunkt Freitagabend in Luxemburg. Von dort aus per Auto südlich an Paris vorbei die Nacht durch zur Fähre von Ryan, die uns morgens um 8.30 Uhr in den Hafen brachte. Schnell wurde das Boot, eine 43-Fuss-Aluminiumyacht der Atlantic-Werft in Holland, klar gemacht, um noch rechtzeitig bei Hochwasser aus der Gironde bei Port de Loc heraus in die Biskaya zu kommen. Nachdem das gut gelungen war, empfing uns ein nicht sehr starker NW-Wind, der Motorunterstützung erforderte, um wenigstens mit 5 Knoten das 160 Seemeilen entfernte Ziel zu erreichen. Die Außentemperatur erhöhte sich langsam auf angenehme 20 Grad. Gegen Nachmittag drehte der Wind allerdings mit Stärke 3 bis 4 ungünstigerweise auf SO. Wir liefen Kurs 200 Grad. Es herrschte eine Dünung von ungefähr 2 bis 3 Metern, die dem soliden Schiff aber nicht viel anhaben konnte.

In der Biskaya...
In der Biskaya...

Die Sicht war gut und es herrschte kaum Schiffsverkehr. Auf Kanal 16 wurde gegen 17.00 Uhr eine Pan-Pan-Meldung durchgegeben: Ein 9-Meter-Motorboot mit Motorschaden und zwei Personen an Bord. Zu weit weg für uns.

Wir hatten bei der nächtlichen Autofahrt kaum geschlafen, waren aber auf See bemerkenswert fit. Hatten nun noch einen Nacht mit nicht viel Schlaf vor uns und hofften morgen gegen Mittag die ersten spanischen Tapas zu essen. Auf der Höhe von Arcachon begann der Wind auf rund 20 m/s zuzunehmen und wieder auf NW zu drehen. Also hoch mit den Lappen, was hieß: Genua plus Fock plus Groß. Unter dieser vollen Besegelung kamen wir unserem Ziel mit Dauergeschwindigkeiten von über 8 Knoten näher. Der Vollmond erhellte die See in einem bizarren Licht und Böen von zusätzlich 1 bis 2 Beaufort ließen den Krängungswinkel doch so stark pendeln, dass der Eigner von permanenter Seekrankheit beherrscht wurde und wir in der Freiwache keinen richtigen Schlaf in den Kojen finden konnten. Gegen 3.00 Uhr nachts riss eine Befestigung am Ende des Unterlieks des Groß, sodass das erste Reff eingebunden werden musste. Trotz Verkleinerung der Segelfläche ergab sich keine Verminderung der Geschwindigkeit.

Die spanische Nordküste bei Zumaya im Morgenlicht
Die spanische Nordküste bei Zumaya im Morgenlicht

Gegen 5.00 Uhr morgens konnten wir bereits die ersten Lichter des spanischen Festlandes ausmachen, aber es dauerte natürlich trotzdem noch bis 11.00 Uhr, bis wir bei wunderschönem Wetter in den Hafen von Zumaya einliefen. Da wir die Einfahrt von einem früheren Törn her kannten, gab es keine Probleme. Für Erstbefahrer kann die Einfahrt bei ungünstigem Wetter schnell problematisch werden. Das heißt: aufmerksam Hafenhandbuch lesen und wirklich genau navigieren! Das Hafenbecken selbst ist supergeschützt und eignet sich sehr gut als Winterliegeplatz im Wasser. Auch unser Schiff bleibt dort über Winter.

Unser vierter Mann war verabredungsgemäß über den Landweg mit dem Wagen eingetroffen, sodass wir noch ein paar Ausflüge nach Bilbao und San Sebastian unternehmen konnten. Mir persönlich gefällt Nordspanien mit dem Baskenland, Asturien und Galizien in seiner Urwüchsigkeit außerordentlich gut. Ich kenne aus eigener Segelerfahrung die gesamte weitere Küste Portugals und die südliche spanische Küste, die auch ihre Reize haben. Sobald man sich jedoch durch Gibraltar gequält hat und ins Mittelmeer schwimmt, stößt man nur noch auf überfüllte teure Häfen, Ferienanlagen und Massentourismus. Will damit sagen: Segler, hast du die nordspanische Küste erreicht, verweile dort erst einmal eine Saison oder auch zwei und genieße die guten Weine, das spanische Leben und die besten Tapas, die du je gegessen hast.






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SY Daddeldu (Deutschland)



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