Von der Trave bis nach Polen sind es ungefähr 210 Seemeilen, die sich recht gut ohne Hafengebühren zurücklegen lassen. Ein gutes Dutzend Ankerplätze und zum Teil auch kostenlose Häfen finden sich auf dieser Strecke. Darüber hinaus bietet die Boddenlandschaft natürlich unzählige Möglichkeiten zum Ankern.
Die Routenvorschläge beginnen auf der zu Lübeck-Travemünde gehörenden
Reede Priwall, die direkt an der Landesgrenze zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern liegt. Oder man startet anderthalb Seemeilen die Trave hinauf am
Ankerplatz Stülper Huk. Weitere Optionen in der Trave in Richtung Lübeck sind die Ankerplätze
Selmsdorfer Traveufer,
Breitling und
Schlutuper Wiek
Mecklenburg
Von der Reede Priwall bis zum ersten Ankerplatz in Mecklenburg, dem
Ankerplatz Wohlenberger Wiek neben der Marina Boltenhagen, sind es 19 Seemeilen.
Die nächste Gelegenheit zum Ankern haben wir am
Ankerplatz Salzhaff, der 15 Seemeilen von Boltenhagen entfernt liegt. Sofern man von Travemünde direkt zum Salzhaff durchsegeln möchte, sind rund 32 Seemeilen zu überwinden.
Die Strecke aus dem Salzhaff zurück auf die offene Ostsee, dann bis zur Warnow-Mündung und von dort durch den Rostocker Hafen zum
Hafen Schnatermann, wo man eine Nacht kostenlos liegen kann, beträgt 33 Seemeilen.
Fischland-Darß-Zingst
Will man von Rostock-Warnemünde aus Richtung Osten segeln, gibt es - unabhängig von der Frage, ob man Häfen anlaufen oder ankern möchte - das Problem einer extrem langen Küstenlinie ohne Möglichkeit zum Halt. Der nächste reguläre Hafen ist
Barhöft, er liegt 50 Seemeilen entfernt vom Hafen Schnatermann. Barhöft direkt gegenüber und damit Rostock ein paar Kabellängen näher liegt der idyllische und beliebte
Ankerplatz Bock-Reede.
Viele Segler laufen wegen der großen Entfernung zwischen Rostock und Barhöft den 31 Seemeilen von Rostock und etwa 22 Semeilen von der Bock-Reede entfernten
Nothafen Darßer Ort an. Darßer Ort darf jedoch als Nothafen eigentlich nur von Schiffen genutzt werden, die sich in einer Notlage befinden. Insofern gibt es
seit Jahren Streit zwischen Seglern und Umweltschützern, vor allem dem
WWF, der den Hafen betreibt. Zudem versandet der Nothafen ständig, so dass mitunter ein Anlaufen gar nicht möglich ist. Aktuelle Infos findet man beispielsweise auf einer
Facebook-Seite zum Nothafen.
Nördlich um Rügen
Prinzipiell gibt es zwei Optionen auf dem Weg nach Osten: Nördlich um Rügen herum oder durch die Boddenlandschaft zwischen Rügen und dem Festland hindurch. Wer sich für die Strecke über die See entscheidet, findet weniger Gelegenheit zum sicheren Ankern und muss auch weiterhin längere Strecken zurücklegen. Der nächste Ankerplatz ist der im Schutz der Insel Hiddensee liegende
Ankerplatz Neubessin, der vom Hafen Schnatermann in Rostock nur eine Meile weiter entfernt liegt als Barhöft und die Bockreede - nämlich 51 Seemeilen. Kommt man vom Nothafen Darßer Ort, sind es nur 25 Seemeilen bis hier.
Von dem Ankerplatz im Schutz der Insel Hiddensee sind es 45 Seemeilen um Kap Arkona und den Königstuhl herum bis zum
Nothafen Greifswalder Oie, in dem man eine Nacht an einer Boje festmachen kann. Alternativ kann man hier aber auch auf die Binnenroute wechseln und den Ankerplatz im
Zicker See anlaufen, zu dem es 49 Seemeilen sind.
Sofern man auf der Ostsee bleiben möchte, führt der letzte Schlag von der Greifswalder Oie bis zum
Kotwicowisko Wicko Wielkie (Ankerplatz Großer Vietziger See) durch die Kaiserfahrt und das Stettiner Haff. Er macht noch einmal insgesamt ungefähr 45 Seemeilen aus.
Kaum weiter ist es bis zum
Przystań jachtowa w Gąsierzynie, einem Hafen in der Odermündung, der kostenlos genutzt werden darf.
Durch Bodden und Haff Vorpommerns
Entscheidet man sich für die Binnen-Route durch Strelasund, Greifswalder Bodden, Peenestrom und Haff, so hat man - vom
Ankerplatz Bock-Reede aus startend - viele hübsche Ankerplätze in nächster Nähe zur Auswahl - beispielsweise jenen in der
Klimphores Bucht im Schutz der Insel Hiddensee, der nur dreieinhalb Seemeilen entfernt liegt, zu dem man aber einen großen Umweg um den Vierendehlgrund segeln muss, so dass die Strecke gut 12 Seemeilen beträgt.
Folgt man von der Bock-Reede aus der Vierendehlrinne und dem Strelasund, beträgt die Distanz bis zum
Ankerplatz Strelasund acht Seemeilen und zum
Ankerplatz Drigge, der sich bereits hinter der Ziegelgrabenbrücke befindet, zehn Seemeilen.
Sieben Seemeilen weiter südöstlich im Strelasund liegt der hübsche
Ankerplatz Glewitzer Wiek.
Im Umkreis von zehn bis 15 Seemeilen finden sich nun drei weitere schöne Ankerplätze im Greifswalder Bodden zur Auswahl: der
Ankerplatz Dänische Wiek vor Greifswald sowie die am Mönchgut gelegenen Ankerplätze
Gobbiner Haken und
Zicker See.
Vom Zicker See segelt man in den Peenestrom mit seinen beiden Brücken in Wolgast und Zecherin bis zum
Usedomer Winkel,wo man - in unmittelbarer Nähe der Mündung der Peene in den Peenestrom und der Karniner Brücke - gut geschützt ankern kann. Vom Zicker See bis hierher sind es 33 Seemeilen zu segeln.
Der letzte Schlag vom Usedomer Winkel zu
Przystań jachtowa w Gąsierzynie, jenem Hafen in der Odermündung, der kostenlos genutzt werden darf, sind es genau 30 Seemeilen. Drei Seemeilen weiter sind es, wenn man bis zum
Kotwicowisko Wicko Wielkie (Ankerplatz Großer Vietziger See) segelt.
Ankerplätze finden mit der [marina|map]-App
Alle Informationen zu über 300 Ankerplätzen vor allem im Ostseeraum und den Niederlanden (gelbe Markierung) und zu mehr als 4.000 Sportboothäfen weltweit (rote Markierung) stehen auch in der kostenlosen
[marina|map]-App zur Verfügung.
Besonders nützlich: Die App zeigt dem Skipper auch per Lokalisierung seines Standorts die nächstgelegenen Ankerplätze in der Umgebung an. Dabei wird auch die geografische Distanz per Luftlinie errechnet.
Die App bietet zudem Zugriff auf das soziale Netzwerk von marinamap.com, mit dem Benutzer untereinander kommunizieren, Hinweise oder Bewertungen zu Ankerplätzen und Häfen veröffentlichen oder die Beiträge zu einzelnen Ankerplätzen und Häfen verfolgen können.
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